
Howrse'SOS Das Hilfeforum der Seite www.Howrse.de |
|
| | Horror-Das 4. kapitel ist endlich da :) Bewerteeen ^^ | |
| |
| Autor | Nachricht |
|---|
Brotkeks Teenager


 Anzahl der Beiträge: 303 Howrse-Login: Brotkeks Anmeldedatum: 12.01.10
 | Thema: Horror-Das 4. kapitel ist endlich da :) Bewerteeen ^^ Sa Apr 03, 2010 9:45 pm | |
| Hallo. Ich habe angefangen ein Buch zu schreiben. Es geht um ein Haus, in dem ein "Monster" lebt. Naja, lest es selbst und vielen Dank für die Kritik  Das 1. Kapitel bzw. Epilog | Spoiler: | | | Leise schlich er um den dunklen Verandezaun. Im schwarz-blauen Licht, das die Nacht wiederspiegelte, wirkte das Haus doch recht Bedrohlich. Ich kehre um, ich mach das nicht. Ein Geräusch ertönte und helles Gelächter von hinten. Nein, ich werde es denen zeigen. Ich kehre nicht um, das wollen sie doch! Er ging weiter. "Los doch!" ertönte eine Stimme von hinten. "Weiter!" "Hab dich nicht so!" Gelächter. Er stieg auf die erste Stufe der Veranda. Das Morsche Holz drohte jede Sekunde einzubrechen. Schnell stieg er auf die zweite, die nicht weniger verfault schien. Sie knarrte unter seinen Füßen. Er schaute schnell nach oben zu den großen, schwarzen Fenstern. Einige von ihnen waren kaputt. Sie alle schienen seit 100 Jahren nicht mehr geputzt worden zu sein. Obwohl das Haus erst seit 50 Jahren leer stand, offiziell. Viele sagten, dass dort von Zeit zu Zeit des Nachts Lichter brannten. Manchmal wurden auch Gestalten gesehen, aber immer wenn die Polizei suchte, war dort niemand. Nicht einmal wenn die Polizei eintraf und erst vor einer Minute Licht brannte. Das ganze Haus wurde mehrmals durchkämmt, nach unterirdischen Tunneln und geheimen Verstecken. Immer wieder fragte sich Jack, warum sie es nicht einfach abreißen würden. Dann stieg er auf die dritte, vorletzte Stufe. Er betrachtete die große Holztür, die schon einiges mitgemacht haben muss, dem Aussehen nach zu urteilen. Sie warf einen großen, dunklen Schatten auf ihn. Er stieg auf die vierte Stufe. Die Tür wirkte immer stämmiger. Seine Hände waren mit einem Mal kalt und feucht. Nein, nicht feucht. Nass. Er entschloss sich die letzte Stufe hinter sich zu lassen und auf das Holz des Verandabodens zu steigen. Während er einem Loch im Boden auswich ertönte eine Mädchenstimme hinter ihm. Eine vertraute, gemochte Stimme. "Lass das! Tus' nicht, Jack!" Jack drehte sich auf der Veranda hoffnungsvoll zu seinen Freunden um. Aber da war nicht das Mädchen, dessen Stimme er sich erhofft hatte. Er hatte sich so sehr gewünscht, sie hier zu sehen dass er sich ihre Stimme schon einbildete. Enttäuscht drehte er sich wieder zur Tür. Wenn Sie sich nicht um mich schert, soll's mir auch egal sein, was passiert dachte er. Also ging er auf die Tür zu. Er streckte seine Schweißgebadete Hand aus, um nach der Türklinke zu greifen. Sie war mal Gold gewesen. Davon war jetzt nichts mehr zu sehen, sie war mit Rost und Ablagerungen von dem umher schwebenden Dreck überseht. Jack wusste dass nur von Bildern und Erzählungen, wie das Haus Einst aussah. Einst, bevor dass alles passiert... Er zwang sich nicht weiter zu denken. Er wollte sich nicht unnötig nervös machen. Er war schon so Nervös genug. Es schien ihm eine Ewigkeit vergangen zu sein, bis seine feuchte Hand die kalte Kugel der Türklinke erreichte. Er zuckte zusammen. In seinen Gedanken versunken hatte Jack jegliches Gefühl für Wärme und Kälte vergessen. Er hatte nicht damit gerechnet, dass die schmutzige Kugel so kalt sein würde. Es war nämlich ein schöner Abend gewesen. Man konnte jeden einzelnen Stern erkennen und zwischendurch zischte eine warme Brise durch sein langes, blondes, zerzaustes Haar. Ein schöner Abend dachte er. ja, schön zum Sterben. Bei seinem eigenen Gedanken krampfte sich sein Bauch zusammen. Lass das! Hör auf so zu denken ermahnte er sich selbst. Noch einmal schaute Jack zurück. Er überlegte wieder, es einfach sein zu lassen, denn allmählich ging sein Mumm komplett flöten. Je näher er dem inneren des Hauses kahm. Aber wieder erklärte er sich selbst, als wäre er jemand anderes, er müsse es machen. Wenn er Sie beeindrucken wollte, dann musste er. Denn Sie stand nicht auf solche Weicheier wie er früher gewesen war. Sie stand auf coole Typen, wie Jackson. Also musste er diese dämliche Mutprobe absolvieren, damit er ihr imponieren konnte. Was anderes bedeutete ihm nichts mehr. Also suchte er sich seinen restlichen Mut zusammen und umschloss die Kugel mit einem festen Griff. Entschlossen umklammerte er es mit seinen Händen. Na dreh schon. Mach es auf. Nein, ich kann doch nicht wirklich da rein gehen. Sie... Sie...eben! Aber... Los.. Er drehte. Er drehte immer fester. Auf einmal machte es klack. Er zuckte zusammen und alles in ihm schien sich bis aufs kleinste zusammen zuziehen. Er spürte ein ziehen an Stellen, an denen er nicht mal wusste, dass dort Organe waren. Langsam ließ er die jetzt nicht mehr so kalte Klinke los. Sie glänzte jetzt feucht im Mondlicht. Er rieb sich mit der Hand, die grade noch fest eine Kugel umklammerte, an dem Hosenbein, um sie zu trocknen. Mit dem Fuß stieß er die Tür langsam und vorsichtig auf. Sein Blick war voller Respekt. Licht, das vom Mond stammte, erhellte einen kleinen Streifen des Eingangs. Soviel, wie der Spalt der offenen Tür zuließ. Die Tür knarrte. Es hörte sich an wie ein aggressives, verteidigendes Knurren. Die Tür war jetzt bis zur Hälfte geöffnet. Jack setzte langsam einen Fuß vor den anderen. Bei jedem Schritt knarrte der Holzboden. Mit einem Mal war alles Still. Auch die Jungs am Straßenrand, in sicherer Entfernung, sagten nichts. Somit wirkten die Geräusche, die Jack mit seinen Schritten auf dem Boden verursachte, ohrenbetäubend und unerträglich. Trotzdem schlich er weiter, wie unter Trance, als wäre er besessen. Jetzt stand er vor der großen Tür. Ein Schauer lief ihm über den Rücken als er einen Blick in den Flur warf. Er sah nicht viel, aber was er sah, war ausreichend um ihn zu erschrecken. Er riss seine Augen auf. Er erstarrte. Es war nichts schlimmes, bloß ein paar Möbel. Eine alte Uhr, ein kleines Tischlein, einen Herrendiener und ein Bild. Der Flur war recht klein, aber dennoch wirkten diese Dinge so lebendig. Als würden sie ihn anstarren und nur auf ihn warten, wie eine Hungrige Spinne eine hilflose Fliege, die freiwillig in ihr Netz geflogen war. Jack wusste, wie verrückt und lebensmüde das war, was er hier tat. Er wusste aber auch wie schön Sie war. Sie. Wie ein Roboter außer Kontrolle setzte er seinen Fuß einen halben Zentimeter in den Flur. Und schon wusste er, es war Falsch, aber jetzt gab es kein Zurück.
"Hallo Mama, ich bin wieder da!" "Abbigail..wo hast du gesteckt?" Abbigail. Das war ihr vollständiger Name. Nie wurde sie so genannt, nur wenn ihre Eltern sauer waren. Alle sagten immer Abb oder Abbie. Aber nie Abbigail. Sie hasste den Namen. Und nie verstand sie, wieso ihre Eltern sich bei all den anderen schönen Namen für Abbigail entschieden. "Mom, ich hab dir doch gesagt dass ich mit Jess unterwegs bin!" "Ich hab mir Sorgen gemacht! Es ist schon nach Zwölf!" "Tut mir leid." "Wo habt ihr solange gesteckt?" "Wir waren auf der Bowlingbahn. Da arbeitet ein neuer und er ist ziemlich.." "Spar's dir!",eine männliche Stimme. "Hallo Dad!" "Deine Mutter hat sich ziemlich Sorgen gemacht. Ich hab ihr gleich gesagt, dass der neue süß ist!" "Dad!" Sie lachten. "Abb, jetzt gehst du besser auf dein Zimmer. Gute Nacht." "Gute Nacht Mom. Gute Nacht, Dad!" Sie ging zu ihrer Mutter und bekam einen Kuss auf die Stirn. Ihr Vater gab ihr einen Klaps auf die Schulter. Abbie ging die Treppe hoch in ihr Zimmer. Sie schaltete das Licht ein und zog ihre Sachen aus. Sie nahm ihr Nachtkleid und zog es sich über. Es war schön warm und weich. Dann ging Abbie zum Spiegel. Sie betrachtete sich darin. Sie griff zur Bürste und betrachtete wie sie ihr langes, dickes, hellbraunes Haar kämmte. Sie fragte sich, wie immer, wenn sie sich irgendwo im Spiegel sah, ob sie ihm wohl gefiel. Er war zwar nicht der coolste, aber irgendwie hatte er was Geheimnisvolles. Wenn er sie mit seinen dunklen Augen anstarrte und sie ihn anlächelte. Er lächelte nie zurück. Seine rosanen Lippen zuckten dann immer nur kurz und er schaute sofort weg. Dabei schwebte sein langes, wuscheliges Haar förmlich. Sie wurde aus ihren Gedanken gerissen als sie auf einmal bemerkte, dass etwas weißes, viereckiges am Fenster klebte. Sie senkte die Hand mit der Bürste und drehte sich langsam um. Sie stand auf und lies die Bürste aufs Bett fallen. Dann ging sie zum Fenster und schob es hoch. Eine kalte Brise zog an ihr vorbei und strich ihr unter das Kleid. Sie zitterte. Dann erkannte sie, dass das weiße ein Zettel war. Sie nahm ihn ab, schloss das Fenster wieder und setzte sich auf die niedrige Fensterbank, die mit Kissen überseht war. Dort hatte sie viele Stunden verbracht, aus dem Fenster gestarrt und nachgedacht. Jetzt saß sie da und klappte den Brief auf. Sie erkannte die unordentliche Handschrift sofort. Ein Lächeln breitete sich auf ihren Lippen aus. Es war wirklich von Ihm. Sie konnte nicht abwarten was er ihr schrieb. Sie las den Zettel so schnell, dass sie nicht alles auf Anhieb verstand. Also las sie ihn nochmal, langsamer. Jetzt hatte sie aber ihr Lächeln verlassen und Angst breitete sich in ihren Augen aus.
>Liebe Abbie, ich bin es, Jack. Ich weiß nicht, ob ich jemals noch die Chance haben werde, dir das zu sagen: Ich habe mich in dich verliebt. Um dir zu Imponieren bin ich Heute Nacht mit Jackson und seinen Kumpels am Geisterhaus. Ich werde dort einsteigen und in seine Clique kommen. Für dich. Ich weiß nämlich, dass du nur auf so coole Typen stehst. Wieso sollte es auch anders sein. Falls ich das Heute aber nicht überlebe, dann wollte ich, dass du es wenigstens weißt. Eigentlich glaube ich nicht an solche Gespenstergeschichten, aber nur für den Fall. Und irgendwann musste es eh raus. Ich hoffe wir sehen uns bald. In Liebe, Jack.<
Sie erstarrte. Ihr Blick haftete auf den Zeilen, die Jack eigenhändig schrieb. Oder war es doch ein Scherz? Seit dem Tod von Mr. Smith vor 10 Jahren traute sich niemand mehr in das Haus. Das musste ein Scherz sein. Irgendjemand wollte sie verarschen. Aber wer? Ihr viel niemand ein. Vielleicht ein Mädchen der unbeliebten, oder Jack. Vielleicht machte er sich lustig über sie. Er hatte zwar nicht viele Freunde, aber dennoch war er so stolz in seiner ruhigen, geheimnisvollen Art. Was, wenn es wirklich ein Streich war und sie erwarten, dass Abbie panisch dort angerannt kommt. Egal. dachte sie sich. Sie musste es versuchen. Sie musste nach sehen ob alles okay ist. Auch wenn sie vielleicht ihr Leben lang ausgelacht würde, vielleicht war es kein Scherz. Wobei sie es tief im Innern hoffte. Sie dachte noch einen kurzen Moment lang nach. Dann sprang sie wie vom Blitz getroffen auf, schob das Fenster auf und sprang in ihrem Kleid, barfuß auf den dicken Ast vor ihrem Fenster, auf dem sie sich nachts schon so oft raus geschlichen hatte. Sie hatte sich oft vorgestellt wie Jack an ihr Fenster klopfte und auf diesem Ast saß. Sie würden sich Küssen und Lieben. Manchmal dachte sie, er würde von unten Steinen an das Fenster werfen, sie würde hinaus klettern und sie würden sich unten in die Arme fallen. Einmal hatte sie sogar von ihm geträumt. Er war ein Vampir, mit feiner, blassen Haut, und roten Lippen. Seine dunklen Augen passten dazu sogar. Aber nie war etwas in der Art passiert. Und jetzt stand sie auf dem Ast und war unterwegs zu ihm. Sie krabbelte langsam zum Stamm und sprang auf einen anderen, etwas kleineren Ast. Er knackte etwas, aber nichts passierte. Dann sprang sie von dort aus auf den Boden. Ihr Fuß tat beim Aufprall weh. Aber sie unterdrückte ein Geräusch und jegliche Verzögerungen und rannte auf die Straße. Vielleicht war es auch schon zu spät. Was wusste sie denn schon. Sie war die ganze Zeit unterwegs gewesen und hatte keine Ahnung, wann er den Brief heimlich an ihr Fenster klebte. Sie wusste auch nicht wann er sich mit den anderen Jungs traf. Sie wusste Gar nichts. Sie konnte nur hoffen. Und dennoch rannte sie entschlossen die Straße rauf zum Wald. In fast allen Häusern waren die Lichter aus. Nur in einem einzigen Fenster brannte noch Licht, und das war ihr eigenes Haus. Das beruhigte sie, denn das Fenster war ihr eigenes. Demnach mussten ihre Eltern schon schlafen und keiner bekam was von ihrem nächtlichen Ausflug mit. Es fuhr auch kein einziges Auto mehr. Nicht einmal der Nachtexpress des Busses, der eigentlich jeden Moment kommen müsste. Sie überlegte, während sie rannte, was sie dann machen sollte. Einfach weiter rennen? Sich verstecken? Was auch immer, erst mal beeilte sie sich jetzt. Langsam ließ sie die Häusersiedlung hinter sich. Sie sah schon das letzte Haus. Dann entdeckte sie die Biegung, die aus der Straße führte. Als sie dort ankam war sie außer Atem. Sie wollte einen Moment verschnaufen, hatte aber jedoch keine Zeit. In diesem Moment kam der Bus. Sie sprang hinter einen Busch und duckte sich. Sie wartete den Bus ab und kam wieder hervor, als sie sicher war, dass der Bus außer Reichweite war. Als sie an sich herab guckte sah sie dass ihr Kleid dreckig war und einen Riss hatte. Ihre Füße taten weh, sie waren von dem harten Boden aufgescheuert. Egal. Sie rannte los. Ihre schritte hallten unter der Unterführung, die direkt hinter der Biegung war. Die Wände der Unterführung, welche schon fast ein kleiner Tunnel war, waren aus großen Steinen. Die Steine führten links und rechts wie eine Mauer weiter. Auf ihr lag eine Straße, die Alborne mit den daneben liegenden Städten Brooklyn und Boston verband. Abb sah schon die zwei Spaltungen, die die Straße in wenigen Metern trennte. Die eine, linke, führte in eine andere Wohnsiedlung und in die Stadt. So wie zu ihrer Schule. Der andere Weg wurde schmaler und war mit dem Auto nur noch wenige Meter zu erreichen. Einige Bäume trennten die beiden Straßen. Abbie bog Rechts ab. Dort stand noch ein einziges Haus. Es gehörte einem älteren Mann. Er machte Holzarbeiten und lieferte sämtlichen Haushalten hier in Alborne die Möbel. Abbie liebte Alborne, es war ihre Heimat. Vor dem Haus von dem Alten stand ein Auto. Es war ein blauer Dacia 1300. Abbie rannte schnell an dem Haus vorbei, als sie Schatten durch das Fenster erkannte. Der alte Mann schien noch zu arbeiten. Irgendwo muss ja das Geld herkommen, dachte Abbie und grinste. Dann erwischte sie sich selbst und fühlte sich sofort schuldig. Das ist nicht der richtige Zeitpunkt zu lachen! Sie rannte jetzt noch schneller. Als sie das Auto erreicht hatte blieb sie stehen. Sie hatte den normalen weg verlassen und stand jetzt auf einem steinigen Boden voller Dreck. Die kleinen Steinchen stachen ihr in die Füße. Neben ihr reihten sich dicht aneinander Holzpfähle an. Die hatte sicher der Mann gemacht. Sie sollten verhindern das Autos den Weg lang fahren konnten. Abbie ging weiter. Sie rannte nicht mehr, sie ging nur schnell. Rechts von ihr war immer noch die hohe Mauer, auf der die Straße lag. Links von ihr war eine große Wiese und an der Wieso ging ein Wassergraben mit einer starken Strömung ab. Vor ihr wurde der Weg breiter, weil die Mauer eine Kurve machte. Aber davon war nicht viel zu sehen. Abbie erreichte jetzt die Bäume, die den Wald ergaben, der ihr die Sicht auf die Mauer versperrte. Mit dem ersten Schritt in den Wald verschwand die Zivilisation. Die Lichter der Straßenlaternen verblassten, jegliche Geräusche von weit entfernten Autos waren verschwunden. Abbie stand alleine zwischen den Hohen Bäumen. Sie rannte jetzt. Der Wald war so Mächtig, so schön und doch so gefährlich. Sie wollte sich gar nicht ausmalen was alles hinter den Bäumen lauerte an denen sie so schnell es ihre Füße erlaubten vorbei rannte. Der Weg schien ihr endlos aber endlich entdeckte sie das Ende des Waldes. Und dann sie das Haus. Es stand am Ende des Waldes und neben ihm kein anderes Haus. Erst auf der anderen Straßenseite wieder. Abb rannte über die Wiese, die den Schluss des Waldes ergab, rüber zu dem Haus. Dort standen tatsächlich ein paar lachende Gestalten. Oh Nein! dachte Abb. Sie lachen mich aus! Sie erkannte, dass die Jungs gar nicht in ihre Richtung guckten. Abbie starrte das Haus an. In dem Mondschein wirkte es sehr bedrohlich und mächtig, als würde es sie anfunkeln vor Zorn. "Hey!“, rief Abb und rannte zu den Jungs die am Straßenrand standen. "Was macht ihr hier?" Die Jungs erschraken und drehten sich ihr zu. Einer der Jungs kam einen Schritt auf sie zu. "Abb? Was machst du hier?" fragte er. Es war Jackson. "Viel besser, was macht ihr hier?" "Ach, nichts. Nur so einen Trottel ins Haus schicken!" Brüllen und Gelächter. "Jack? Ihr meint Jack?" Keiner sagte etwas. "Ihr seid dämlich, echt. Das ist nicht witzig. Wenn ihm was passiert! Dann seid ihr schuld daran und damit müsst ihr dann leben, ihr Bastarde!" "Hey, hey. Süße, alles is cool. Der kommt gleich wieder!" "Nichts is cool und spar dir das Süße!" Abb rannte los. "Wo willst du hin?" "Das geht dich n' Scheiß an!" Abbie rannte zum Haus. Die Tür stand noch offen. Die Stufen quietschten und knackten unter ihren Füßen. Sie waren kalt. Kälter als die Wiese auf der sie eben noch stand. Abb stieß die Tür weit auf und rannte in das Haus. Sie schien nicht zu stoppen. "Jack...Jack!" Ihr Herz blieb stehen. Keine Antwort.
Er setzte den zweiten Fuß in den Flur. Die weinrote Farbe der zugestaubten und abgebröckelten Wände erdrückten ihn. Die alten, zwar nur wenigen, dunklen Möbel verschlimmerten die Situation. Jack drehte sich noch einmal um. Vorsichtshalber ließ er die Tür offen stehen. Eine Brise strich nochmal durch sein blondes Haar. Er ging durch die ihm gegenüber liegende Tür in den Saal. Dort standen ein altes, zerfallenes Sofa, ein dunkler Tisch, eine Vitrine mit alten Gläsern, einige waren kaputt, einem Bild, auf dem die Familie zu sehen war, die hier einmal lebte und ein runter gefallener Kronleuchter. Er lag neben dem Tisch. Also hab es hier drin kein Licht. Jack konnte sich es zwar denken, war aber dennoch etwas enttäuscht. Dann sah er eine Treppe. Sie führte nach oben. Jack ging auf sie zu. Er konnte die ersten paar Stufen erkennen. Danach endete seine Fähigkeit im dunklen sehen zu können. Es war zu finster. Er achtete auf nichts mehr. Außer auf das, was vor ihm lag. Oben angekommen umgab ihn die Schwärze komplett. Er konnte vier helle Vierecke sehen. Die Fenster aus vier verschiedenen Räumen. Mehr aber auch nicht. Er sollte in das alte Kinderzimmer gehen, so hatte es Jackson gesagt, und einmal winken. Dann könne er wieder rauskommen und die Sache wäre erledigt. Aber welches war das Kinderzimmer? Er wollte alles bloß schnell hinter sich bringen. Also ging er schnell in eines der Zimmer. Es fiel ihm ein großes Doppelbett ins Auge. Schnell drehte er sich um und ging in ein anderes Zimmer. Er sah eine alte Puppe auf dem Boden liegen. Ein Auge fehlte ihr, das Kleid war dreckig und ihre Haare fielen aus. Das musste das richtige Zimmer sein. Er wollte grade an die Scheibe klopfen, als von unten ein Geräusch ertönte. Es hörte sich menschlich an. Jack zuckte zusammen. Er überlegte aus dem Fenster zu springen, falls etwas auf ihn zugerast kommt. Dann ertönte das Geräusch ein zweites Mal. Er erkannte laut und deutlich seinen Namen. Abbie. Jacks Augen strahlten. Er konnte nicht glauben was er hörte, sie war wirklich gekommen. Jack rannte auf die dunkle Treppe zu, eilte die Stufen hinunter und rief nach ihr. Als er unten im Saal stehen blieb erkannte er sie im Flur. Er war so überglücklich. Nichts konnte seinem Glück jetzt noch im Wege stehen. Nichts außer die große, braune, haarige Hand die nach Abbie griff.. "Abb!" Er rannte los.
Gerade eben noch strahlte Jack sie an. Im nächsten Moment spürte sie Krallen in ihrer Haut und den Aufschlag ihres Kopfes. Sie fühlte etwas warmes, Schleimiges auf ihr Gesicht tropfen. Als sie die Augen öffnete um danach zu sehen was es war, erkannte sie zwei große, gelb leuchtende Augen. Das etwas, was auch immer es war, sabberte sie an. Es atmete laut und stark. Es war, als würde man ihr ins Gesicht pusten. Sein Atem roch nach Blut und doch war er süßlich. Es knurrte sie an. Eine große, beharrte Hand holte aus um nach ihr zu greifen, doch ein paar Meter vor ihr schien sie zu erstarren. Das Etwas wirbelte herum. Auf seinem Rücken saß Jack. "Lass es los! Renn weg!" schrie sie. "Lauf du weg!" Abb rappelte sich auf und schaute sich um. Alles, was sie unter der Aufregung erkannte war ein Tisch, eine Spüle und ein paar schiefe Hängeschränke. Es musste die Küche sein. Hier muss es doch noch Messer oder etwas in der Art geben. Während das Monster versuchte nach Jack zu greifen rannte Abb auf einen der Schränke zu. Sie riss alle Schubladen und Türen auf. Das Knurren und die Schreie von Jack setzten sie unter Druck. Während das Etwas weiter nach Jack griff taumelte es hin und her. Abbie hörte wie der Tisch zu Bruch ging. Hektisch suchte sie weiter. Dann fand sie ein Küchenmesser. Mit zitternden Händen versuchte sie es zu greifen. Es rutschte ihr wieder aus der Hand. Erneut griff sie danach, diesmal hatte sie mehr Glück. Sie rannte auf das Tier zu und holte gezielt aus. Sie wollte dem Etwas in sein Bein stechen um dann mit Jack ab zu hauen. Sie stach zu. Die Klinge des Messers brach ab. Sie war zu dünn für das dicke Fleisch. Abb wandte sich um, sie wollte ein neues Messer holen. Erstarrt vor Schreck blieb sie stehen. Das Ding holte noch einmal aus und erwischte Jack am Kopf. Er fiel zu mit einem lauten Knall und einem schmerzerfüllten Stöhnen zu Boden. Die grauenvolle Gestalt brauchte einen Moment um wieder klar zu denken. Diese Gelegenheit wollte Abb nutzen. Sie rannte auf Jacks reglosen Körper zu. Doch noch eher sie ihn erreichte flog sie durch die Luft. Sie sah nur noch wie sie sich Jack immer mehr entfernte. Dann spürte sie einen stechenden Schmerz und hörte einen dumpfen Aufprall. Sie sah alles wie durch einen Schleier. Jack wurde hochgehoben. Blut strömte aus den Stellen, wo das Ding ihn packte und färbte seine Hand rot. Das Tier ließ den Griff aber nicht lockerer. Es wandte sich um und rannte mit Jack in den Klauen aus der Küche. Abbie hörte ein paar Polizeisirenen. Sie schrie noch einmal seinen Namen, dann wurde alles schwarz. |
2. Kapitel: 1992-Autopanne
| Spoiler: | | | Sie riss die Augen weit auf. Die Kopfstütze des Fahrersitzes näherte sich ihr. Ein paar Zentimeter vor ihr wurde sie schmerzhaft zurück gerissen und prallte gegen das weiche Polster der Rückbank. Als ihr auffiel, dass sie im Auto saß brannten ihre Augen und ihr Magen verkrampfte sich. Sie schaute aus dem Fenster. Eine dicke Staubwolke wirbelte um den orangenen Morris Ital. Abb drehte sich um. Sie hatte nicht mehr so langes, dickes braunes Haar wie vor 20 Jahren. Sie hatte jetzt kurzes, glatt liegendes Haar. Aber sie war immer noch so wunderschön. „Alles klar dahinten?“ fragte sie. Scarlett achtete nicht auf sie. Sie versuchte ihre Gedanken beisammen zu bekommen. „Scarlett! Scar!“ Scarlett schreckte auf als ihr bewusst wurde, dass das ihr Name war. „Ja, Mom. Alles okay!“ „Und wie geht’s Beth?“ Scarlett drehte sich nach rechts um nach ihrer kleinen Schwester zu gucken. Mit Bethany war alles okay. „Alles okay“, sagte Beth. „Was war?“ Abb überlegte einen Moment. „Ich glaube, der Kühler is geschrottet!“ „Bei der alten Kiste hier is das jawohl mehr als überflüssig!“ „Hey. Wir können so jedenfalls nicht weiterfahren. Und hast du schon mal rausgeguckt? Das ist die reinste Prärie.“ „Und jetzt?“, mischte sich Beth ein. „Schlafen wir im Auto bis uns irgendein Perverser findet und...“ „Scar! Hör auf deiner Schwester Angst zu machen!“ „Ach Mom, ich bin schon alt genug. Ich weiß das Scarlett nur Scherze macht.“ „Mädels. Ihr wartet hier im Auto. Ich guck mir das mal an!“ Abb stieg aus. Sie hatte einen wohl geformten Körper. Dafür, dass sie fast vierzig war und mit 22 ihr erstes von zwei Kindern bekam, sah sie sehr attraktiv aus. Scarlett, ihre ältere Tochter ähnelte ihr gar nicht. Sie hatte langes, schönes, braun-orangenes Haar und dunkle, braune Augen. Ihre andere Tochter, Beth, hatte Blondes kurzes Haar und grüne Augen. Beth war 2 Jahre jünger als Scarlett aber trotzdem einige Zentimeter größer. Abb betrachtete den Kühler. Er qualmte. Na super, der ist hin. Das hatte gerade noch gefehlt. Abb ging zurück zum Auto. Sie griff nach ihrer Handtasche und knallte sauer die Tür wieder zu. Scarlett schaute ihr hinterher. Sie entfernte sich immer weiter vom Auto. Bei jedem Schritt wirbelte sie Staub auf. Es war ein heißer Sommertag und die Sonne knallte. Scarlett drehte sich zu Beth. Mit schrecken entdeckte sie eine Person direkt hinter Beth. An die Scheibe war ein altes Gesicht gedrückt. Es grinste als es sah, wie Scarlett zusammen zuckte. Aus Reflex griff Scarlett über Beth Beine und drückte den Knopf der Tür runter. Sie drehte sich hastig um und drückte auch ihren Knopf runter. Das Gesicht bewegte sich aber nicht. Beth rückte ängstlich zu Scarlett. Scarlett überlegte gut, dann öffnete sie ihre Tür, riss sie auf und rief nach ihrer Mom. Sie knallte die Tür wieder zu und schloss von innen ab. Das Gesicht löste sich. Scarlett hämmerte gegen die Scheibe. Abb verstand nicht was das sollte und ging langsam auf das Auto zu. Scarlett drehte sich um und das Gesicht war verschwunden. Sie guckte nach hinten, doch das ganze Gepäck versperrte ihr die Sicht. Ihre Mutter war fast am Auto als auf einmal ein Mann an ihrem Fenster auf Abb zuging. Abbie erschrak sich aber machte keine Anstalten, etwas zu tun. Scarlett riss die Tür erneut auf und rannte auf den Mann zu, der mittlerweile die Hand von Abbie hielt. Sie begrüßten sich. Scarlett blieb stehen und beobachtete das Schauspiel eine Weile. Abb lächelte den alten, dürren Mann an. Dann winkte sie Scarlett zu sich rüber. "Scar, das ist Mr. Jeffry. “ "Hallo“, sagte er und reichte Scarlett eine dreckige, faltige Hand. "Hi", erwiderte sie und nahm nach kurzem Zögern seine Hand. "Ich hab Rauch aufsteigen sehen, deshalb bin ich hier hin geeilt, so schnell es meine alten Knochen zuließen." Er lachte. Seine verfaulten Zähne stießen hervor. Scarlett musste an einen Esel denken, der nicht mehr gebraucht wurde. "Das ist sehr nett von ihnen...“, fing Abbie an. Mr. Jeffry unterbrach sie. "Die nächste Tankstelle ist einiges entfernt von hier. Normalerweise kommen hier ein, zwei, höchstens dreimal in der Woche Menschen vorbei. Das sind meistens alte Bauern oder junge Leute, die sich selbst wiederfinden wollen." "Also, ich bin keines davon“, sagte Scarlett. "Hätte ich auch nicht von so einem hübschen Mädchen erwartet. Wie dem auch sei. Selbst die am nähsten gelegene Tankstelle wird ihnen frühestens Morgen Nachmittag weiterhelfen können. Und zu Fuß ist der Weg dorthin zu weit. Da sind sie ja noch an Weihnachten unterwegs", der alte lachte wieder über seinen eigenen Witz. "Das weiß ich bereits, ich habe gerade die Auskunft angerufen. Uns bleibt wohl nichts übrig als..." Wieder unterbrach Jeffry sie. "...als bei mir zu übernachten. Ich habe ein paar leer stehende Gästezimmer. Kommen sie doch mit." "Das können wir doch wirklich nicht annehmen." "Doch, doch. Ich freue mich über Besuch. Wirklich. Und ich tue Menschen gerne einen Gefallen. Vor allem wenn sie in einer Situation wie Sie sind." "Ich weiß nicht, das können wir doch nie.." "Wenn sie sich besser fühlen, könnten sie mir ja Morgen ein wenig helfen." "Das hört sich schon besser an." "Also, kommen sie mit!“ Der Alte ging voraus. Abb folgte ihm. Sie sagte etwas, dass Scarlett aus der Ferne nicht verstand. Dann ging Abbie zum Auto. Scarlett ging ihr nach. "Beth, komm. Nimm deine kleine Tasche. Wir übernachten heute bei dem Mann." "Mom", widersprach Beth, " der Mann ist so gruselig." Scarlett kam. "Sie hat recht, Mom. Wenn du mich fragst hat der nicht mehr alle Tassen im Schrank!" "Scarlett! Das du so etwas sagst. Wenn du mich fragst ist das ein alter Mann, der sich über Gesellschaft freut. Kein Wunder in dieser Einöde hier!" Beth und Scarlett gingen hinter Abbie. Abbie ging neben Jeffry. Die Sonne knallte und die Landschaft verschwamm. Die Landschaft bestand aus roter Erde, ein paar ausgetrockneten Büschen und Bäumen und im Hintergrund die Straße. Langsam tauchte in der Ferne ein kleines Häuschen auf. Es hatte dunkelgrünen, abgesplitterten Lack und ein dreckiges, graues Dach. Neben dem Haus stand eine kleine Scheune. Ein alter VW Bus T3 stand vor der Scheune. Scarlett starte den Bus an. "Wooow!" Jeffry und Abbie drehten sich um. "Scar? Alles okay?", sagte Abb lachend. "Mom, guck mal. Ein VW Bus!" Jeffry lachte. "Magst du ihn?" "Au ja. Ich wünsche mir später auch einmal so ein Auto!" "Ha,ha. Kann ich verstehen" Jeffry lachte hell auf. Dann ging er weiter. Als sie auf der Veranda standen und Jeffry nach dem Schlüssel kramte, betrachtete Scarlett das schöne Auto. Sie bemerkte gar nicht, dass Jeffry einen alten Schlüssel rausholte, aufschloss und Abbie und Beth ihm rein folgten. "Scarlett!", rief Beth, "komm schon!" Scarlett zuckte zusammen und wandte sich schnell um. Sie ging in das Haus. Der Eingang war, wie der Rest des Hauses, weiß gestrichen und hatte hellbraunen Laminat. Links führte eine Treppe runter in den Keller. Rechts war eine Wand. Der kleine Flur gehörte zum Wohnzimmer. Von dort aus gelangte man in die Küche und eine Treppe führte nach oben zu den Schlafzimmern. "Nun, äähm..." stotterte Jeffry. "Oh, entschuldigen sie. Ich heiße Abbigail. Aber nennen sie mich doch Abbie!" "Okay, danke Abbie. Schöner Name. Mich können sie alle übrigens Jeff nennen. Dieses Mister Jeffry, das passt nicht hier aufs Land!" wieder lachte er. Ein fröhlicher Mensch, dachte Scarlett. "Also, Abbie" er grinste. "Haben sie Hunger oder Durst?" "Nein, danke. Aber vielleicht könnten die Mädchen etwas trinken." "Aber klar. Geht einfach die Treppe hoch, die beiden Türen auf der linken Seite stehen ihnen zu Verfügung. Ich bringe ihnen gleich etwas Limonade." "Danke"
"Puuuh." Scarlett ließ sich auf das Bett fallen. Es war weich und sie versank ein Stück in der Bettdecke. "Man, Scarlett. Schon abgefahren!" "Was?" "Alles." "Wie kommst du darauf?" "Ich weiß nicht. Ich...ich musste grade..." sie stockte. Tränen liefen Bethanys Wangen runter. "An Dad denken!" Beth heulte los. Scarlett zog sie zu sich. Beth ließ sich auf das kalte Bett fallen. Scarlett legte einen Arm um sie. "Beth. Hey. Es ist alles ziemlich abgefahren. Aber weißt du, wir haben doch noch Mom und wir haben einander. Das ist doch das wichtigste!" "Aber, vermisst du ihn denn gar nicht?" "Doch, na klar. Aber, er war eh nie zu Hause, nur auf Geschäftsreisen. Und, es macht keinen großen Unterschied, finde ich. Nur, ich weiß, dass ich ihn Nichtmals am Wochenende sehen werde." Beth schniefte. "Du hast ja recht. Was mache ich mir vor, wir wären glücklich gewesen!" "Also, ich war immer ganz glücklich mit dir und Mom." "Ja, aber wir waren nie so eine große, glückliche Familie." "Das waren wir nie, aber wir waren eine glückliche Familie." Beth sagte nichts mehr. Sie legte den Kopf an Scarletts Schulter. Scarlett streichelte ihn. Es klopfte an der Tür. Ein alter Kopf spähte in das Doppelbettzimmer. "Zimmerservice!" Jeff stellte ein Tablett mit Limonade auf die Kommode neben der Tür. Er wollte grade wieder gehen, da schniefte Beth. Er trat ins Zimmer und kam vorsichtig näher. "Kleine, was ist denn?" "Nicht, w-was soll den sein?" "Wem willst du denn hier was vorlügen, hä? Ich sehe doch, dass du geweint hast." "Es ist wirklich schon okay, Sir." "Jeff. Ich heiße Jeff, nicht Sir. Man kann einen alten Mann zwar nicht trügen, aber ich verstehe schon. Du willst nicht drüber reden. Aber wenn was sein sollte, ich bin im Stall bei den Pferden!" Beth starrte ihn mit großen Augen an. "Pferde?!" "Ja, ich habe 3 Pferde hier." "Woow" "Würde dich ein kleiner Ausritt aufmuntern?" "Ja, oh ja. Ich liebe Pferde!" "Ich auch." er lachte. "Na komm!" Jeff reichte Beth die Hand. Sie griff danach und zog sich an ihm hoch. Hand in Hand gingen die beiden aus dem Zimmer. Jeff blieb stehen. "Und du, junge Lady, willst du nicht mit?" "Ne, danke. Ich ruhe mich lieber etwas aus. Aber Mom hat bestimmt Lust." "Gute Idee. Abb!" Die Tür ging zu und die beiden verschwanden. Scarlett ließ sich wieder in die weichen Kissen fallen. Sie starrte einen Moment die Decke an. Dann dachte sie noch einmal über alles nach. Wieso sie hier lag. Ihr Vater, Rod Lane, war ein eifriger Geschäftsmann. Aber ob er wirklich bei seinen Geschäftsreisen nur die Firmen und Aktien im Kopf hatte, bleibt ein Rätsel. Man wird es nie herausfinden, denn Rod Lane is Tod. Platt gefahren, nachts. Scarlett ging noch einmal in Gedanken den Zeitungsartikel durch, der einen Tag danach erschien:
Nachdem der Geschäftsmann Rod Lane, der für die uns allen bekannte und erfolgreichen Firma Captaloo arbeitete, in L.A. einem reichen Ölscheich den Hotelbau auf einer Insel ausredete und für ein Privatgrundstück seiner Firma warb, ging er, so erzählte es uns seine Sekretärin Bernice Steward, mit ihr in eine teure Bar und feierte den Erfolg. Er hatte wohl, genau wie Bernice, ein paar Caipirinha zu viel. Er stieg in das Auto, gefolgt von Bernice. Die beiden waren sehr müde und wollten schnell zurück zum Hotel. Durch das plötzliche Bewegen und die frische Luft hatte sich der Alkohol erst im Auto bemerkbar gemacht. Aber das war ihnen dann auch egal. Rod startete den Wagen, fuhr aus der Parklücke und bog links ab auf die Hauptstraße. Sein Wahrnehmungsvermögen war nicht mehr das frischeste. Er wollte auf die Überholspur und schätze den rasenden 12 Tonner hinter ihm für weiter entfernt ein. Also zog er einfach rüber. Der 12 Tonner konnte bedauerlicherweise (dabei musste Scarlett immer fast kotzen. Als ob es die Leute bedauern würden) nicht mehr Bremsen. So stark der 53 jährige Fahrer auch in die Eisen ging, er erwischte das Auto an der linken Seite und schleuderte den Wagen hin und her. Irgendwann prallte der Wagen von Rod dann gegen ein anderes Auto. Rod war bewusstlos, sagte Bernice. Sie bekam nur noch mit, wie sie gegen die Seitenplanken stießen und ein anderes Auto in sie rein raste. Sie überschlugen sich dann mehrmals, so Augenzeugen. Das Auto begann zu qualmen. Als die Feuerwehr, Polizei und Rettungswagen dann eintrafen, war es für Rod zu spät. Er war eingequetscht und verblutete. Viel bekam er aber nicht davon mit. Bernice konnte gerettet werden. Allen beteiligten geht es jetzt wieder gut.
Schön für Bernice. Scarlett erinnerte sich noch an den letzten Satz dieses Artikels. "Dieser Artikel wurde verfasst von Aden Milles. Ein guter Freund der Lanes. In Ehren der zurückgelassenen Abbigail, Bethany und Scarlett." Schönen Dank auch, Aden. Zurückgelassen. Wir kommen auch ohne ihn klar. Scarlett zeigte nie, dass sie darüber wirklich traurig war. Nur bei der Beerdigung hielt sie es nicht aus, rannte auf ein Klo und kam erst eine halbe Stunde später wieder raus. Sie überwältigte diesen tiefen Schmerz mit ihrer Wut. Sie war sauer. Sauer auf ihren Vater. Schließlich war es seine Schuld gewesen und es ist seine Schuld, dass sie jetzt auf diesem Bett liegt. Scarlett bemerkte, dass ihre Wange feucht wurde. Schnell wischte sie sich eine Träne unter dem Auge weg und stand auf. Sie ging zum Spiegel hinüber und guckte sich selbst an. Ihre dunklen Augen glänzten. Scarlett Alison Lane, lass dich nicht unterkriegen. Dich kriegt niemand fertig. Nicht dich. Scarlett drehte sich um. Sie hörte vor ihrem Fenster Gelächter. Es klang wie Beth. Scarlett schaute raus und sah wie glücklich ihre kleine Schwester war. Sie lachte und Abb und Jeff lachten mit ihr. Dann stieg sie auf ein großes, braunes Pferd. Abbie stieg ebenfalls auf ein Pferd. Jeff führte die beiden ein Stückchen, dann schwang er sich hinter Beth und sie ritten los. Jetzt war Scarlett alleine. In einem Fremden Haus. In einer Fremden...ja was war das eigentlich...Stadt konnte man schlecht sagen. Vielleicht war es eine kleine Wüste. Was auch immer. Scarlett wusste nichts mit sich anzufangen. Also beschloss sie erst mal das Bad aufzusuchen. Der Flur wirkte recht freundlich. Scarlett bemerkte ein Foto an der Wand. Sie sah Jeff, als er noch etwas jünger war. Das Foto musste in etwas 10 Jahre alt sein. Neben ihm stand eine schöne Frau, in etwa so alt wie Abb jetzt. Sie hatte langes, gewelltes, blondes Haar und blaue Augen. Ihre Lippen waren rot geschminkt. Vor ihr saß ein Junge. Er war in etwa fünf oder sechs Jahre alt. Sie wusste, dass der Gedanke falsch war, aber der Junge war schön. Anmutig. Er schien sie anzulächeln Sie musste grinsen. Dann schüttelte sie den Kopf. Unsinn, es ist ein Foto. Aber auf dem Foto war noch eine Person. Ein Mädchen. Sie hatte Ähnlichkeit mit der Frau auf eine gewisse Art und Weise. Obwohl das kleine Mädchen dunkle Haut hatte und ihre Haare lang und dunkelbraun waren. Ihre Augen waren Grün. Sie war ebenfalls sehr hübsch. Scarlett starrte das Bild noch eine Weile an. "Was machst du hier?" Scarlett zuckte zusammen. Sie drehte sich um, aber Niemand war zu sehen. Sie schüttelte noch einmal heftig den Kopf und fand endlich das Bad. Sie schloss die Tür ab und spritzte sich kaltes Wasser ins Gesicht. Sie schaute sich im Spiegel an. Ihre Haut war rot. Sonst war sie immer sehr blass. Scarlett riss die Tür auf um raus zu gehen. Da stand jemand. Die Person kam schnell auf sie zu. Fast, als würde sie Schweben. Sie erkannte das Mädchen von dem Foto. Nur sie war jetzt etwas älter und sah der anderen Frau sehr ähnlich. Und...sie schwebte wirklich. Scarlett stand wie angewurzelt da. Kurz vor ihr machte das Mädchen halt. Sie hatte rote Augen und dunkle Lippen. Sie waren von Natur aus so dunkel. Scarlett schaute ihr direkt in die Augen. "Wer bist du?“, fragte das Mädchen sauer. "Scarlett. Scarlett Alison Lane. Ich bin zu Besuch hier." "Scarlett also. Ich heiße April. April Jeffry." "Bist du die Tochter von Jeff?" "Jeff? Er nennt sich Jeff? Dieser verkorkste Mann. Nein, ich bin nicht seine Tochter. Angeheiratet wurden wir in die Familie." "Und wieso schwebst du?" Scarlett konnte nicht fassen was sie da sagte. "Weil ich Tot bin, Scarlett. Und du auch bald, Scarlett. Geh nicht, Scarlett. Bleib hier. Scarlett. Scarlett. Das Bild des Mädchens verschwamm allmählich und sie erkannte das Gesicht ihrer Mutter über ihr. "Scarlett. Scarlett wach auf!“ "Was? Wo bin ich? Wo ist sie?" "Scarlett. Du hast einen ordentlichen Hitzeschlag. Oh Liebes, mach mir nicht solche Sorgen. Wie geht es dir?" "Mein Kopf tut etwas weh." Scarlett wollt nicht glauben, dass das nur ein Traum war. Alles war so realistisch gewesen. Ihre Hände waren kalt und nass. Sie spürte wie ihr der Schweiß von der Stirn lief. Ihr war so kalt, aber überall schwitzte sie. Abb sah sie besorgt an. Beth stand reglos daneben. Jeff kam gerade die Treppe hochgeeilt. Er hatte etwas Weißes mit Blumenmuster in der Hand. Es war ein Geschirrtuch. Aber drin war noch was. Als Jeff ihr das Tuch auf die Stirn legte spürte sie die Kälte der darin liegenden Kühlpacks. Sie zuckte zusammen als es sie berührte. „Komm, wir bringen dich Lieber ins Bett. Ruh dich aus!“ „Mom, wie spät ist es?“ Abbie sah Jeff an. „Es ist 8 Uhr!“ „Was? Ich hab hier 4 Stunden gelegen?“ „Komm. Geh jetzt ins Bett. Morgen wird ein langer Tag.“ Abb half Scarlett dabei sich aufzurappeln. Beth ging vor ins Zimmer. Ein Kuss auf die Stirn, dir Tür schloss sich und Scarlett lag im dunklen Zimmer neben Beth. „Beth?“ „Ja?“ „Dieser Jeff. Was hältst du von ihm?“ „Wieso fragst du?“ „Nur so. Nun sag schon!“ „Naja, ich weiß nicht. Er machte eigentlich einen netten Eindruck. Aber irgendwie hatte ich das Gefühl dass das alles nur gespielt war. Und er hat Mom die ganze Zeit angeguckt.“ „Er steht auf jüngere Frauen.“ „Hä?“ „Das Foto, im Flur. Da ist er drauf. Er und eine Frau, die ungefähr so alt war wie Mom jetzt. Und zwei Kinder. Die müssten ungefähr so alt sein wie wir jetzt. Und, das Mädchen davon. Als ich umgekippt bin. Sie hat mit mir geredet. Sie sagte, sie sei Tod. Und ich auch bald. Ich versteh’s nicht.“ „Scar, das war ein Traum!“ „Wie dem auch sei. Ich werde Jeff auf das Foto ansprechen.“ „Mach was du willst. Wir sind Morgen eh weg.“ „Wenn der neue Kühler kommt.“ „Gute Nacht.“ „Nacht“ Im Gegenteil. Scarlett schlief schlecht. Insofern sie überhaupt schlief. Die halbe Nacht lag sie wach und starrte aus dem Fenster. Sie wusste selber, dass das nur ein Traum war. Aber aus irgendeinem Grund konnte sie einfach nicht schlafen.
Licht strahlte auf ihr Gesicht. Mit zusammengekniffenen Augen versuchte sie die Umgebung zu erkennen. Sie war in diesem Gasthaus von dem alten Mann. Jeff hieß er. Scarlett drehte ihren Kopf mühevoll nach rechts. Das Bett neben ihr war leer. Sie konnte sich daran erinnern, dass dort ihre Schwester schlief. Scarlett stand auf. Ihr weißes Nachtkleid reichte bis zu den Knien. Sie öffnete die Tür und hörte Stimmen von unten. Sie hörte auch wie ein paar Messer gegen Porzellan knallten. Unten angekommen sah sie ihre Mutter, Beth und Jeff beim Frühstücken. Neben Abbie war ein leerer Stuhl und sauberes Besteck. Dort setzte sie sich hin. Abb starrte sie an. „Morgen. Wie geht es dir?“ „Hmmh, ganz gut.“ „Nimm dir!“, sagte Jeff und deutete auf den Korb mit Brot. „Danke, ich hab noch keinen Hunger.“ Jeff biss genüsslich in sein Brot. Abbie streichelte Scarlett über den Kopf. Beth schaute sie an. Als Scarlett ihren Blick erwiderte deutete Beth mit den Augen auf Jeff. Scarlett nickte. Sie schluckte einmal und öffnete dann ihren Mund. „Jeff? Kann ich dich mal was fragen?“ „Nur zur!“ „Naja, es ist sehr persönlich, wissen Sie.“ „Mehr als nichts sagen kann ich nicht, oder?“ „Stimmt. Also, das Foto oben. Das wo die Frau und die zwei Kinder drauf sind, wer ist das?“ „Ja, das ist schon sehr Persönlich. Aber gut. Die Frau, das is Alice Jeffry. Ich war mit ihr verheiratet. Doch dann ist ihre Tochter schlimm um ihr Leben gekommen. Sie hat mir immer die Schuld daran gegeben. Wir haben uns irgendwann einfach nicht mehr verstanden. Also haben wir uns getrennt und ich zog hier her.“ „Oh, das tut mir leid.“, sagte Scarlett. „Und wie ist sie um ihr Leben gekommen?“ „Ihre Tochter?“ „Ja, genau!“ „Sie heißt Caitlin. Wir nannten sie aber immer Kate. Sie mochte ihren Namen nicht. Gott allein möge wissen warum! Sie war sehr hübsch. Dunkle Haut, lange, dicke, braune Haare und strahlende, grüne Augen. Sie war Schlank und hatte schöne Kleider. Aber eines Tages kam sie einfach nicht nach Hause. Ich versuchte Alice immer wieder zu beruhigen, sie wird sicherlich noch auftauchen. Aber das tat sie nicht. Und weil ich so optimistisch an die Sache rangegangen war beschuldigte sie mich.“ „Das ist ja grauenvoll. Mein Beileid“, mischte sich Abbie ein. „Es ist gar nicht so lange her. 4 Jahre vielleicht. Aber es sind 4 schlimme Jahre. Ich vermisse sie immer noch. Aber man lebt weiter. Wie sagt man so schön? Unkraut vergeht nicht!“ Er lachte. Scarlett bewunderte ihn dafür. Er hatte wohl eine schlimme Zeit hinter sich und immer noch ist er so glücklich und lacht die ganze Zeit. „Wurde Caitlins Leiche gefunden?“ „Nein, niemals. Sie tauchte nie mehr auf.“ „Aber, dann kann es doch sein, dass sie noch lebt!“, platzte Beth raus. Sofort hielt sie wieder den Mund. „Das ist möglich. Aber sehr unwahrscheinlich, leider. Naja, ich will nicht, dass dieser schöne Morgen noch mehr zerstört wird.“ Er stand auf und nahm die Teller. Er stellte sie in eine Spüle. Dann ging er zur Hintertür raus. Abbie stand auf. „Ich gehe ihm mal helfen. Ich hab’s ihm ja versprochen.“ Sie ging raus. „Der arme.“ Es war fast nur noch ein Flüstern was Beth von sich gab. „Ja, aber ich glaube, dass Alice nicht umsonst einen Grund hatte ihn zu verlassen oder?“ „Weiß nicht. Was soll’s.“ „Hmmh. Ich geh mal ins Bad.“
Es klopfte an der Tür. Scarlett öffnete sie. Jeff stand vor ihr. „Euer Kühler wird in einer Stunde hier sein. Mach dich also bereit zum Aufbruch, kleines.“ „Okay, Danke Jeff.“ Scarlett lächelte ihn an. Ihr passte nicht, dass er sie kleines nannte. Sie sagte aber nichts. Er sehnte sich wahrscheinlich danach. Irgendwie tat er ihr leid. Angezogen kam sie mit ihrer Tasche nach unten. Die anderen warteten bereits auf sie. Sie gingen den Weg zurück zum Auto. Es war immer noch so heiß. Der Weg schien ewig zu sein. Sie fing an zu schwitzen. Dann sah sie endlich das Auto. Noch nie hatte sie sich so gefreut endlich in das Auto steigen zu dürfen um eine lange Fahrt anzutreten. Dann stand sie vor dem Auto und die Koffer wieder bei den restlichen Sachen im Kofferraum. Sie ging um das Auto herum. Ihre Mutter sprach mit Jeff. Beth quetschte ihre Tasche in den Kofferraum. „Danke nochmal. Sie haben uns wirklich einen riesen Gefallen getan, Jeffry. Ich wünsche ihnen alles Gute. Sie sind ein so netter Mensch. Vielen, vielen Dank. Machen sie es gut.“ Abbie schüttelte ihm ein letztes Mal die Hand und stieg dann ins Auto. Scarlett hörte das knallen der Kofferraumtür. Beth kam von hinten angerannt. „Jeff! Danke für alles!“ Sie umarmte ihn. „Gerne. Pass auf dich auf, Liebes.“ Beth ließ ihn los und stieg hinten ins Auto. Er winkte ihr noch einmal zu. Scarlett wusste, dass sie jetzt dran war. Sie ging auf Jeff zu. Ohne Vorwarnung zog er sie zu sich. „Und du kleines, pass auch auf dich auf. Du bist sehr schön, so jemandem darf doch nichts passieren.“ Scarlett wusste, dass er jetzt grade an Kate dachte. „Ja, na klar. Ich pass gut auf. Danke Jeff. Sein sie auch vorsichtig.“ Scarlett ging schnell um das Auto und stieg ein. Abb startete den Motor. Scarlett sah noch kurz wie Jeff ihnen zuwinkte. Dann versperrten die Koffer und Taschen ihr die Sicht. Das Auto wirbelte viel Staub auf. Es war bereits so spät, dass die Sonne unterging. Scarlett steckte sich die Kopfhörer ihres Discmans in den Kopf und genoss das Schwanken des Autos und den schönen Ausblick. Dazu noch ihre Lieblingslied und der Abend war gar nicht mehr so übel. Bis sie sich an den Grund erinnerte, warum sie im Auto saß. Ihre Eingeweide krampften sich schmerzvoll bis auf das kleinste zusammen. |
Kapitel 3
| Spoiler: | | | Das Auto hielt ruckartig an. Scarlett wachte auf. Sie standen mit dem Auto vor einem Haus. Rechts und Links davon reihten sich andere Häuser an. Genau wie auf der gegenüber liegenden Seite. Es schien eine Wohnsiedlung zu sein. Das Haus vor dem sie standen war zweistöckig. Neben dem Haus stand ein großer, alter Baum. Auf der anderen Seite war eine Garage. Es war weiß gestrichen. Auf der Vorderseite waren 5 Fenster zu sehen. Die Tür war ebenfalls weiß und hatte eine kleine Glasscheibe auf dem oberen Stück. „Da wären wir.“ Abb unterbrach die schon fast gruselige Stille. „Schön, nicht?“ Wenn man Spießig und Öde als schön versteht ist dieses Haus ein wahres Prachtstück. Scarlett grinste. Abbie guckte sie fragend an. „Sehr schön, Mom.“ „Ja, ich find’s auch ganz Nett.“ Abbie seufzte und stieg aus dem Auto. Beth und Scarlett taten es ihr gleich. Der Kofferraum war überfüllt. Jeder nahm sich drei Taschen und ging zum Haus. Der Kofferraum war trotzdem nicht leer. Abbie schloss die Tür auf. Es roch nach alten Menschen im Flur. Es roch nach Scarletts Großeltern. Hier hatten sie gelebt, bis ihre Oma vor einem Jahr und ihr Opa vor einem halben verstorben sind. Als kleines Mädchen war sie oft hier gewesen. Sie hat immer im Garten gespielt. Aber seitdem hatte sich viel geändert. Der Hausflur war lang und schmal. Links ging eine breite Treppe nach oben. Unter ihr führte eine kleinere Treppe in den Keller. Rechts war der Türbogen, eine richtige Tür gab es nicht, zum Wohnzimmer. Es war groß und Hell. An der Wand war ein großes Fenster. Von dort aus gelangte man in die Küche. Sie war recht klein, aber immer noch größer als die meisten Küchen. Man gelangte auch durch den Flur zur Küche. Geradeaus, gegenüber der Haustür, befand sich ein kleines Bad mit einer Dusche, einer Toilette und einem Waschbecken. Das Licht war sehr dunkel darin. Scarlett ließ die Koffer im Wohnzimmer stehen und ging zurück zum Auto. Das Auto war schon fast leer, als Beth und Abb ihr mit ihren Taschen entgegen kamen. Scarlett nahm sich ihre restlichen drei Taschen aus dem Auto. Den Rest kann Beth holen. Im Haus nahm sie sich noch 2 weitere Koffer, die ihr gehörten. Sie quälte sich mit ihnen die Treppe hoch. Oben war ein kleiner Flur. Am rechten Ende war eine Tür die zum Dachboden führte. An der Wand gegenüber von ihr waren 2 Türen. Die eine führte in das Schlafzimmer, die andere in das frühere Gästezimmer, welches jetzt Bethany gehörte. Die Tür links am Ende des Flures gehörte früher ihrer Mom. Scarlett übernahm es jetzt. „Keine nächtlichen Ausflüge!“ Diesen Satz hörte Scarlett täglich seitdem beschlossen war, dass sie das Zimmer bekommen sollte. Wie oft ihre Mutter ihr erzählt hatte, wie sie damals rausgegangen ist. Einmal sagte sie dann „ und in der einen Nacht hätte mich so ein Ausflug das Leben kosten können!“ Wenn Scarlett sie drauf ansprach wollte sie nicht darüber reden. Nie hatte sie rausgefunden was dort vor sich ging. Naja. Ihre Sache. Abb hatte viel erzählt von den Zeiten in dem Haus. Auch, als Scarlett und Beth geboren waren. Wie schön es immer gewesen war und wie viel Spaß die beiden immer hatten. Und immer wieder erzählte sie von einem Mann. Dem alten Holzarbeiter. Er hatte immer mit Scarlett und Bethany gespielt. Aber keiner der beiden konnte sich an ihn erinnern. Genauso wenig wie an Mrs.Clarkes. Sie hatte ihnen immer Süßigkeit mitgebracht, Spielzeug gekauft oder schöne Kleidchen genäht. Leider ist sie vor ein paar Monaten verstorben. So hatte Scarlett nie die Chance sie so kennen zu lernen, dass sie ihr in Erinnerung blieb. Scarlett warf ihre Koffer auf den Boden und ließ sich ins Bett fallen. Sie starrte die weiße Decke an. Hier sollte sie jetzt jeden Abend einschlafen und jeden Morgen aufwachen. Ihr gefiel der Gedanke, aber dennoch war ihr zum Heulen zumute. Was soll‘s. Abwarten und Tee trinken. Während Scarlett ihre restlichen Klamotten einräumte hörte sie unten Geschirr. Abb musste Essen machen. Wurde aber auch mal Zeit. Sie wartete sehnlichst darauf ihren Namen zu hören. Nach ein paar Minuten, die ihr wie Stunden vorkamen, hörte sie Abbie rufen. „Ich komme“, gab sie zurück und eilte nach unten. Es roch nach Reis und Soße. Scarletts Magen knurrte und noch bevor sich Abbie setzen konnte hatte sie ihre Portion verschlungen.
Sie konnte nicht einschlafen. Ihr Magen schmerzte, ihre Eingeweide zogen sich zusammen, ihre Augen brannten. Ihr war so kalt, sie schwitzte und zitterte. Ihr Kopf war heiß, ihre Hände kalt und feucht. Sie spürte ihre Beine nicht mehr. Jeder Versuch sich zu bewegen schmerzte höllisch. Aber sie vergoss keine einzige Träne. Nicht wegen ihm. Abbie starrte an die Decke. Es soll so sein. Verdammt, wieso ich? Sie wusste nicht was der Grund war. Der Grund für seinen Tod. Der Grund für Jacks Tod. Der Grund warum Rod sie betrog. Der Grund, warum sie nicht glücklich sein dufte. Sie hasste sich für diesen Gedanken. Ich bin verdammt nochmal glücklich. Ich hab Scar und Beth. Ich Lebe und habe genug Geld! Mir geht es sehr gut. Und der Grund, warum sie sich selbst belog. Sie liebte ihre Kinder, aber sie war nicht glücklich. Sie wollte Leben. Für sich und nicht für andere. Sie wollte Lieben. Sie wollte Spaß haben und nicht den ganzen Tag arbeiten, wobei im Endeffekt nicht Mals viel für ihren Luxus blieb. Sie wollte nicht für den Rest ihres Lebens einfach dahin leben. Nicht wie so viele andere Frauen. Sie hatte sich immer vorgenommen, es kommt nicht so. Und jetzt lag sie im Bett und wollte nur noch weg. Nein, das geht nicht. Ich hab eine große Verantwortung zu tragen. Ich hab sie selbst auf mich genommen. Also hab ich das auch selbst zu regeln, wie eine erwachsene Frau. Abbie schloss die Augen und verdrängte das Freiheitsverlangen. Es gelang ihr nicht.
Ein schluchzen. Was war das? Scarlett schoss hoch. Da war es wieder. Scarlett schlich leise aus dem Bett. Sie lauschte an der Tür. Schon wieder. Sie öffnete die Tür. Eine Weile wartete sie. Nichts. Hatte sie sich dass nur eingebildet? Nach ein paar Minuten, in denen sie nur da stand und auf ein Geräusch wartete, beschloss sie einfach in ihr Bett zu gehen und zu schlafen. Ihre Augen durchbohrten ihren Körper. Scarlett zuckte zusammen und fiel fast um, als sie Kates grüne Augen nur wenige Zentimeter von sich entfernt sah. Scarlett brach nur Bruchstücke von Wörtern raus. „Was hat er dir erzählt?“ Scarlett erstarrte unter ihren kalten, harten Worten. Sie hatte keine Melodie in ihrer Stimme, sie war so fürchterlich und angst einflößend, aber dennoch so wunderschön und bezaubernd. „W-w-wer?“ „Na, dieser alte Widerling!“ „Wen m-meinst du?“ „Ist dir kalt oder weshalb zitterst du so?“ „Ja. Ja mir is kalt. Sonst nichts!“ „Aha. Also, was sagte er dir!“ Caitlin blickte sie wütend an. Sie schien jeden Moment zu explodieren. „Wer denn?“ „Jeff! Wer sonst?“ „Was soll er schon gesagt haben?“ „Über mich!“ „Ich hab ihn nur gefragt, was passiert ist.“ „Und wieso?“ „Weil ich … ich bin neugierig.“ „Und was sagte er?“ „Naja, er sagte mir, wie du heißt und wie schön du einst warst. Ich finde natürlich immer noch dass du ganz entzückend..“ „Spar’s dir. Komm zum Punkt.“ „Er sagte, dass du eines Tages auf einmal nicht mehr nach Hause gekommen bist. Und dass er ziemlich bestürzt darüber ist.“ „LÜGNER! ELENDER LÜGNER!“ Scarlett konnte sich nicht mehr bewegen. Caitlin zitterte vor Wut. Sie schlug die Lampe auf dem Schrank um. Dann fing sie an zu schreien und war auf einmal weg.
Sie rannte. Hinter ihr war eine Große Hand. Sie war beharrt und braun. Vor ihr lag eine Tür. Sie rannte, aber je mehr sie sich anstrengte, desto näher kam die Hand. Ihre Beine waren schwer wie Blei, sie schien sich nur in Zeitlupe bewegen zu können. Vor ihr lag eine Tür. Jack stand darin. Er lächelte ihr zu und reichte ihr die Hand. Kurz bevor sie bei ihm war griff die Hand nach ihr. So verlief es immer in ihren Träumen. Immer, bis jetzt. Normalerweise träumte sie dann noch wie das Monster Jack vor ihren Augen auseinander nahm, aber dieses Mal wurde sie von einem Schrei aus dem Schlaf gerissen. Sie schreckte hoch. Ein Schrei aus dem Flur. Abbie rannte hinaus. Der Schrei kam von Beth. Sie stand vor Scarlett, die am Boden lag und gerade hoch schreckte. „Scarlett!“ „Mom? Beth? Was? Wo?“ „Was machst du bloß?“ „Ich weiß nicht. Ich …“ „Du kannst doch nicht jeden Tag einfach so umkippen!“ Beth half Scarlett hoch. Abbie schüttelte den Kopf und schickte Beth zurück ins Bett. Mit einer heißen Tasse Kakao kam sie in Scarletts Zimmer. Scarlett war schon fast am schlafen. Deshalb stellte Abb die Tasse schnell auf das Nachtschränkchen und verschwand wieder leise.
Licht schien durch das Fenster an der Ecke. Scarlett wurde geblendet. Als sie aufstehen wollte spürte sie ein ziehen an ihrem Hinterkopf. Sofort erinnerte sie sich an die Nacht. Und an das Mädchen. Sie verstand es nicht. Kein Stückchen verstand sie. Schon wieder hatte sie Caitlin gesehen. Und schon wieder war es so realistisch. Aber schon wieder ist sie aufgewacht, ohne einzuschlafen. Wie sollte sie denn Ohnmächtig geworden sein? Sie verstand es nicht. Kein Stück. Sie stocherte in dem gelben, wabbligen Zeug herum, das vor ihr schwomm. Abbie hatte Spiegeleier gemacht, jedenfalls hatte sie es versucht. Scarlett hatte nicht einmal probiert. Beth hatte bereits ihr zweites verschlungen. „Scarlett. Iss doch was!“ „Ich hab aber kein Hunger.“ „Aber du musst noch wachsen und…“ „Ich bin groß genug, danke. Ich hab wirklich kein Hunger.“ Scarlett wusste, dass sie nicht groß war mit ihren 1.60 Metern.
„Ich und Beth wollten gleich Einkaufen fahren, wir haben nur noch Eier und wie ich sehe schmeckt es dir nicht. Kommst du mit?“ „Nein, nein. Danke.“ Eine Weile stocherte sie noch in dem Eigelb rum, dann wurde ihr auch das zu blöd. Geknickt und in ihren Gedanken versunken trampelte sie die Treppen hinauf. Sie ließ sich in ihr Bett fallen. Eigentlich könnte ich jetzt auf der Parkbank sitzen und Justin beim Basketball zugucken…Justin! Er wollte mir doch eine SMS schicken. Mein Handy! Es muss noch im Auto liegen. Scarlett sprang auf und rannte zum Auto. Beth und Abbie wollten gerade einsteigen. „Um entschieden?“ „Nein, ich wollte nur noch schnell mein Handy holen. Es muss irgendwo auf der Ablage liegen. Dort lag tatsächlich ihr Handy. Und sie hatte auch ein paar SMS erhalten. Um genau zu sein drei. Abbie und Beth fuhren los, ein letzter Wink und sie waren außer Sichtweite. Scarlett ging zurück zum Haus und stellte sich auf eine Stufe, bevor sie auf ihr Handy schaute und die SMS's öffnete. Die erste war von ihrem besten Freund Oliver. „Hallo Scar. Ich sitze gerade mit meiner Mom und meinem Bruder auf der Couch. Wir gucken einen Film. Man, Heute war es ganz schön langweilig ohne dich. Du fehlst echt und das schon nach bloß zwei Tagen. Wie soll das erst in einer Woche sein? Ich hoffe ihr kommt gut an und du findest auch in Alborne viele Freunde. Hier in Iowa wird es jedenfalls sehr langweilig. Ich vermisse dich. Melde dich bald mal. Oliver.“ Scarletts spürte ihren Körper nicht mehr. Die zweite SMS kam von ihrer besten Freundin Anne. „Oh Scar, du fehlst mir. Es ist so Leer alles. Und so langweilig. Ich hab zwar Oliver, aber du fehlst trotzdem. Ich freue mich so sehr auf die ersten Ferien. Ich komme dich sofort besuchen. Das wird eine schlimme Zeit, aber wir schaffen das schon. Ich denk an dich und pass bitte auf dich auf. Anne!“ Scarlett spürte ihren Körper wieder. Er war mit einem Mal schwer geworden. So schwer, dass er sie runter zog und sie sich auf die Stufe fallen lies. Ihre Augen drohten feucht zu werden. Ihre Nase kribbelte und ihr Kopf schien zu platzen. Voller Erwartung öffnete sie die dritte und letzte SMS. Justin? „Ich glaube es ist besser, wir machen Schluss.“ Alles drehte sich. In ihr explodierte etwas. Ein Krieg der Gefühle brach aus. Ihr wurde schlecht. Sie wollte aufstehen aber ihr Körper schien wie ein Magnet am Beton zu kleben. Unlösbar. Voller bemühen schaffte sie es doch. Sie knallte die Haustür zu und ließ ihr Handy fallen. Scarlett starrte ins Nichts. Dann rannte sie wie vom Blitz getroffen los. Einfach los, wohin wusste sie nicht. Aber sie rannte, so schnell sie konnte. Sie erinnerte sich auf dem Hinweg einen Wald gesehen zu haben. Soweit sie gerade denken konnte musste er nur wenige Minuten zu Fuß entfernt liegen. Eher sie etwas anderes denken konnte erreichte sie die Biegung und entdeckte ein vertrocknetes Feld und einen breiten Bach. Dahinter lag der Wald. Scarlett rannte zum Anfang des Waldes und ließ sich vor dem Bach hinfallen. Sie war nicht weit vom Wald entfernt, jedenfalls weit weg genug, damit sie kein Mensch sehen konnte. Wie erstarrt blickte sie auf das fließende Wasser. Dann ließ sie sich einfach fallen. Mit offenen Augen lag sie auf der Wiese und lauschte der Strömung. Dann konnte sie es nicht mehr halten. Eine Träne nach der anderen, unaufhaltsam, unendlich schienen sie, strömten ihre Wangen runter. Ihre Gedanken waren leer. Sie spürte bloß diesen Schmerz. Diesen unausstehlichen Schmerz, den sie nie zuvor gespürt hatte. Sie, dass wunderschöne Mädchen mit den guten Noten und den vielen Freunden. Sie, dessen Leben so perfekt war. Und jetzt? Sie hatte gar nichts mehr. Alleine lag sie auf einer Wiese, in einer fremden Stadt. Niemand kannte sie. Die Schule sollte schwer sein und auf Fotos waren ihre baldigen Klassenkameraden so bildschön. Sie fühlte sich so hässlich. Und ungeliebt, ohne Justin. Er hatte sie allein gelassen, er hatte es beendet. Nur weil sie sich ein paar Meilen entfernt hatte. Sie konnten sich doch immer noch sehen, an den Feiertagen und in den Ferien. Schreiben war auch kein Problem, oder das Telefonieren. Aber nein, er hatte es beendet. Er, mit dem sie immer zusammen bleiben wollte. Und das alles nur, wegen ihrem blöden Vater. Und ihrer Mutter, die ihr verdammtes Leben nicht auf die Kette bekommt und deshalb ihres auch zur Hölle macht. Danke Mama. Danke Papa. Ich hasse euch! Aber wen sollte es interessieren? Sie war auf sich alleine gestellt. Komplett. Ein Neuanfang, den sie sich nie im Leben gewünscht hätte. Aber eine Aufmunterung blieb ihr. Ihre Schwester. Bethany und Scarlett. Die Superschwestern. Wir schaffen das. Ihre Tränen hatten sich noch nicht gelegt. Sie schloss ihre Augen und versuchte auf andere Gedanken zu kommen. Vergeblich. Sie schien immer mehr zu weinen. Was machte sie sich vor? Wie sollte sie hier leben. Hier, ohne ihre Freunde. Hier, ohne ihren Justin. Hier, ohne alles, was sie je gehabt und geliebt hatte. Sie kannte die Antwort. Gar nicht! Lieber wollte sie Sterben. Denn ein Leben ohne ihre Freunde war kein Leben, es war bloß ein Existieren. |
Alles ist unter meinem Copyright. Also: FINGER WEG! MEINS MEINS MEINS 
Zuletzt von Brotkeks am Mo Jul 26, 2010 4:05 pm bearbeitet, insgesamt 19 mal bearbeitet |
|  | | Zoe Älterer Weiser


 Anzahl der Beiträge: 1272 Alter: 22 Howrse-Login: ZoeMaria Anmeldedatum: 11.04.09
 | Thema: Re: Horror-Das 4. kapitel ist endlich da :) Bewerteeen ^^ Fr Apr 09, 2010 10:22 am | |
| hi brotkeks! finde deine story gut geschrieben. du bemühst dich, spannung reinzubringen (das gelingt dir auch, z.b. die beschreibung, wie jack die einzelnen stufen hinaufgeht). du schreibst gut und verständlich und hast deinen eigenen stil. allerdings sind mir ein paar rechtschreibfehler aufgefallen. du schreibst gerne mal dinge groß, die nicht groß geschrieben werden (hab nicht alles verbessert, musste nochmal rübergehen  ). haste wohl vergessen, nochmal über den text zu lesen, was?  außerdem ist mir auch manchmal aufgefallen, dass du textpassagen, die meiner meinung nach woanders hingehören, einfach ans ende gestellt hast. aber das kann auch geschmackssache sein. im nachfolgenden hab ich dir da jeweils was hingeschrieben. das sollen nur anregungen sein, damit möchte ich dir nicht sagen, dass du das unbedingt umändern sollst!  | Brotkeks schrieb: |
Leise schlich er um den dunklen Verandezaun herum. Im schwarz-blauen Licht, das die Nacht widerspiegelte (widerspiegeln ohne "e" ), wirkte das Haus doch recht bedrohlich. Ich kehre um, ich mach' [b]das nicht. Ein Geräusch ertönte und hell[/b]es Gelächter von hinten. Nein, ich werde es denen zeigen. Ich kehre nicht um, das wollen sie doch! Er ging weiter. "Los doch!" ertönte eine Stimme von hinten. "Weiter!" "Hab dich nicht so!" Gelächter. Er stieg auf die erste Stufe der Veranda. Das morsche Holz drohte jede Sekunde einzubrechen. Schnell stieg er auf die zweite, die nicht weniger verfault schien. Sie knarrte unter seinen Füßen. Er schaute schnell nach oben zu den großen, schwarzen Fenstern. Einige von ihnen waren kaputt. Sie alle schienen seit 100 Jahren nicht mehr geputzt worden zu sein. Obwohl das Haus (würde das "offiziell" hier nicht besser aussehen?) erst seit 50 Jahren leer stand, offiziell. Viele sagten, dass dort von Zeit zu Zeit des nachts Lichter brannten. Manchmal wurden auch Gestalten gesehen,(hier hätte ich persönlich einen punkt hingemacht) aber immer wenn die Polizei suchte, war dort niemand (vll besser: ..., war niemand zu entdecken o.Ä.?!). Nicht einmal wenn die Polizei eintraf und erst vor einer Minute Licht brannte. Das ganze Haus wurde mehrmals durchkämmt, nach unterirdischen Tunneln und geheimen Verstecken. Immer wieder fragte sich Jack, warum sie es nicht einfach abreißen würden. (hier würde ich einen absatz machen)Dann stieg er auf die dritte, vorletzte Stufe. Er betrachtete die große Holztür, die (vll passt hier der letzte teil des satzes besser hin (...dem aussehen nach...) schon einiges mitgemacht haben muss, dem Aussehen nach zu urteilen. Sie warf einen großen, dunklen Schatten auf ihn. Er stieg auf die vierte Stufe. Die Tür wirkte immer stämmiger. Seine Hände waren mit einem Mal kalt und feucht. Nein, nicht feucht. Nass. Er entschloss sich die letzte Stufe hinter sich zu lassen (hier finde ich, dass das doppelte "sich" etwas stört. vll kannste da nochmal ein bissle rumbalsteln?!) und auf das Holz des Verandabodens zu steigen. Während er einem Loch im Boden auswich, ertönte eine Mädchenstimme hinter ihm. Eine vertraute, gemochte Stimme. "Lass' das! Tus' nicht, Jack!" Jack drehte sich auf der Veranda hoffnungsvoll zu seinen Freunden um. Aber da war nicht das Mädchen, dessen Stimme er sich erhofft hatte. Er hatte sich so sehr gewünscht, sie hier zu sehen, dass er sich ihre Stimme schon einbildete. Enttäuscht drehte er sich wieder zur Tür. Wenn Sie sich nicht um mich schert, soll's mir auch egal sein, was passiert dachte er. Also ging er auf die Tür zu. Er streckte seine schweißgebadete Hand aus, um nach der Türklinke zu greifen. Sie war mal Gold (besser: goldfarben ö.Ä.) gewesen. Davon war jetzt nichts mehr zu sehen, sie war mit Rost und Ablagerungen von dem umherschwebenden Dreck übersäht. Jack wusste das (ich denke, der satz funktioniert ohne das "das" besser ) nur von Bildern und Erzählungen, wie das Haus einst aussah. Einst, bevor das alles passierte... Er zwang sich nicht weiter zu denken. Er wollte sich nicht unnötig nervös machen. Er war schon so Nervös genug. Es schien ihm eine Ewigkeit vergangen zu sein, bis seine feuchte Hand die kalte Kugel der Türklinke erreichte (den satz find ich gut). Er zuckte zusammen. In seine Gedanken versunken hatte Jack jegliches Gefühl für Wärme und Kälte vergessen. Er hatte nicht damit gerechnet, dass die schmutzige Kugel so kalt (vll besser: ein synonym für kalt benutzen, z.B. eisig oder so. sonst wiederholst du dich) sein würde. Es war nämlich ein schöner Abend gewesen. Man konnte jeden einzelnen Stern erkennen und zwischendurch zischte eine warme Brise durch sein langes, blondes, zerzaustes Haar. Ein schöner Abend dachte er. ja, schön zum Sterben. Bei seinem eigenen Gedanken krampfte sich sein Bauch zusammen. Lass das! Hör auf so zu denken ermahnte er sich selbst. Noch einmal schaute Jack zurück. Er überlegte wieder, es einfach sein zu lassen, denn allmählich ging sein Mumm komplett flöten. Je näher er dem Inneren des Hauses kam (ich finde, dieser satz gehört wieder in den vorigen satz^). Aber wieder erklärte er sich selbst, als wäre er jemand anderes, er müsse es machen. Wenn er Sie beeindrucken wollte, dann musste er. Denn Sie stand nicht auf solche Weicheier wie er früher gewesen war. Sie stand auf coole Typen, wie Jackson. Also musste er diese dämliche Mutprobe absolvieren, damit er ihr imponieren konnte. Etwas anderes bedeutete ihm nichts mehr. (hatte er nicht vorhin gedacht, dass es eh egal wäre, wenn er jetzt sterben würde, weil "Sie" nicht da war? wieso will er ihr pötzlich unbedingt imponieren? ich habe jetzt den eindruck, dass jack auf der einen seite sein Mädchen bereits "aufgegeben" hat und auf der anderen Seite ihr imponieren will. hm..) Also suchte er sich seinen restlichen Mut zusammen und umschloss die Kugel mit einem festen Griff. Entschlossen umklammerte er sie mit seinen Händen. Na dreh schon. Mach es auf. Nein, ich kann doch nicht wirklich da rein gehen. Sie... Sie...eben! Aber... Los.. Er drehte. Er drehte immer fester. Auf einmal machte es klack. Er zuckte zusammen und alles in ihm schien sich bis aufs Kleinste zusammen zuziehen. Er spürte ein Ziehen an Stellen, an denen er nicht einmal wusste, dass dort Organe waren (vll besser: existierten). Langsam ließ er die jetzt nicht mehr so kalte Klinke los. Sie glänzte jetzt feucht im Mondlicht (gute Überlegung, dass die klinke nicht mehr kalt ist, sondern feucht von seinen händen). Er rieb sich mit der Hand, die grade noch fest eine Kugel umklammerte, an dem Hosenbein, um sie zu trocknen. Mit dem Fuß stieß er die Tür langsam und vorsichtig auf. Sein Blick war voller Respekt. Licht, das vom Mond stammte, erhellte einen kleinen Streifen des Eingangs. Soviel, wie der Spalt der offenen Tür zuließ. Die Tür knarrte. Es hörte sich an wie ein aggressives, verteidigendes Knurren. Die Tür war jetzt bis zur Hälfte geöffnet. Jack setzte langsam einen Fuß vor den anderen. Bei jedem Schritt knarrte der Holzboden. Mit einem Mal war alles Still. Auch die Jungs am Straßenrand, in sicherer Entfernung, sagten nichts. Somit wirkten die Geräusche, die Jack mit seinen Schritten auf dem Boden verursachte, ohrenbetäubend und unerträglich. Trotzdem schlich er weiter, wie unter Trance, als wäre er besessen. Jetzt stand er vor der großen Tür. Ein Schauer lief ihm über den Rücken, als er einen Blick in den Flur warf. Er sah nicht viel, aber was er sah, war ausreichend um ihn zu erschrecken. Er riss seine Augen auf. Er erstarrte. Es war nichts Schlimmes, bloß ein paar Möbel. Eine alte Uhr, ein kleines Tischlein, einen Herrendiener und ein Bild. Der Flur war recht klein, aber dennoch wirkten diese Dinge so lebendig. Als würden sie ihn anstarren und nur auf ihn warten, wie eine Hungrige Spinne eine hilflose Fliege, die freiwillig in ihr Netz geflogen war. Jack wusste, wie verrückt und lebensmüde das war, was er hier tat. Er wusste aber auch wie schön Sie war. Sie. Wie ein Roboter außer Kontrolle setzte er seinen Fuß einen halben Zentimeter in den Flur. Und schon wusste er, es war Falsch, aber jetzt gab es kein Zurück. |
ach ja! und mir ist aufgefallen, dass du seine Gedanken falsch aufschreibst. ich meine mich erinnern zu können, dass man hier auch mit anführungszeichen arbeitet. aber schau lieber noch mal im internet nach, ist schon so lange her! außerdem ist mir noch aufgefallen, dass sich dein schreibstil im laufe des textes iwie verändert hat. ich hatte das gefühl, dass ich immer flüssiger lesen konnte, je näher ich dem ende zukam. die letzten zeilen waren sogar richtig spannend!
freu mich auf eine fortsetzung! =)
lg zoe
edit: wollte dieses erste stückchen nicht fett schreiben. geht irgendwie nicht weg, sorry! |
|  | | Brotkeks Teenager


 Anzahl der Beiträge: 303 Howrse-Login: Brotkeks Anmeldedatum: 12.01.10
 | Thema: Re: Horror-Das 4. kapitel ist endlich da :) Bewerteeen ^^ Sa Apr 17, 2010 9:37 pm | |
| Danke dir  In meiner Datei auf dem Pc sind die Dinge, die er denkt, auch in einer anderen Schriftart, da konnte ich hier nichts für. Und wegen den Rechtschriebfehlern, ich hatte so ein Programm, dass die automatisch korrigiert bzw. das anzeigt, wenn etwas falsch ist, aber ich werde, sobald es fertig ist, natürlich nochmal alles durchknabbern damit alles passt  Danke für deine Tips. Lg, Brotkeks. |
|  | | Gast Gast
 | Thema: Re: Horror-Das 4. kapitel ist endlich da :) Bewerteeen ^^ So Apr 18, 2010 9:07 am | |
| super geschichte,freue mich schon auf eine Fortsetzung.
glg |
|  | | Bella Älterer Weiser


 Anzahl der Beiträge: 1770 Alter: 13 Howrse-Login: - Anmeldedatum: 25.10.09
 | Thema: Re: Horror-Das 4. kapitel ist endlich da :) Bewerteeen ^^ So Apr 18, 2010 10:52 am | |
| Huhu, tolle und interessante Geschichte. (; Ich freue mich schon auf eine Fortsetzung. LG Bellali |
|  | | Gast Gast
 | Thema: Re: Horror-Das 4. kapitel ist endlich da :) Bewerteeen ^^ Mo Apr 19, 2010 7:31 pm | |
| Super,echt spannend...auch der 2. teil. verfolge weiterhin. |
|  | | Brotkeks Teenager


 Anzahl der Beiträge: 303 Howrse-Login: Brotkeks Anmeldedatum: 12.01.10
 | Thema: Re: Horror-Das 4. kapitel ist endlich da :) Bewerteeen ^^ Di Apr 20, 2010 7:40 pm | |
| Ich danke euch alle, für das lesen, obwohl es recht lang ist, für die ratschläge udn das verfolgen meiner geschichte. Ich hab schon 6 Kapitel fertig, ich warte noch ein paar Tage dann kommt das zweite Kapitel rein  Oder soll ich schon alle 6 aufeinmal? Nein, das würde, glaube ich ..nur erschlagen  Dickes ♥ an euch |
|  | | Lou Teenager


 Anzahl der Beiträge: 384 Alter: 176 Howrse-Login: AmyFleming Anmeldedatum: 08.11.09
 | Thema: Re: Horror-Das 4. kapitel ist endlich da :) Bewerteeen ^^ Do Apr 22, 2010 7:07 pm | |
| ....*unzufrieden grummel* Wie gehts weiter? Menno, ich will weiterlesen - klasse spannend  |
|  | | Brotkeks Teenager


 Anzahl der Beiträge: 303 Howrse-Login: Brotkeks Anmeldedatum: 12.01.10
 | Thema: Re: Horror-Das 4. kapitel ist endlich da :) Bewerteeen ^^ Do Apr 22, 2010 7:15 pm | |
| @ Lou  Haha, ich hab gerade das 2. Kapitel reingestellt.. versprecht euch nicht zu viel, wirklich. Die nächsten paar Kapitel weichen etwas von dem Haus ab...sie erzählen mehr persönliches der Leute aus dem Buch, damit man, sollte jemand sterben, auch schön geschockt is...  |
|  | | Zoe Älterer Weiser


 Anzahl der Beiträge: 1272 Alter: 22 Howrse-Login: ZoeMaria Anmeldedatum: 11.04.09
 | Thema: Re: Horror-Das 4. kapitel ist endlich da :) Bewerteeen ^^ Sa Apr 24, 2010 7:20 pm | |
| hm... also ich fand den anfang des zweiten teils besser als das ende, als abbie und jack mit dem ding da gekämpft haben.  finde das Etwas ein wenig unrealistisch. aber das haben wohl horrorgeschichten so an sich und es ist natürlich auch geschmackssache.  ich werd trotzdem weiterlesen, weil ich wissen will, wie es mit der liebe zwischen abbie und jack weitergeht hihi wieso stellst du das 2. kapitel denn nicht in diesen thread? |
|  | | Brotkeks Teenager


 Anzahl der Beiträge: 303 Howrse-Login: Brotkeks Anmeldedatum: 12.01.10
 | Thema: Re: Horror-Das 4. kapitel ist endlich da :) Bewerteeen ^^ Di Mai 11, 2010 7:24 pm | |
| So, hab jetzt mal alle Kapitel hier herein gestellt, war doch etwas dumm und ungeplant neue threads zu eröffnen ^^ So, ich hoffe, ihr lest das 3. kapitel ^^ |
|  | | Gast Gast
 | Thema: Re: Horror-Das 4. kapitel ist endlich da :) Bewerteeen ^^ Fr Mai 14, 2010 9:27 am | |
| Hallo,
die Geschichte ist super. Alle 3 Kapitel sind spannend. Ich verfolge natürlich weiterhin und hoffe du stellst bald das 4. Kapitel rein.
glg |
|  | | Brotkeks Teenager


 Anzahl der Beiträge: 303 Howrse-Login: Brotkeks Anmeldedatum: 12.01.10
 | Thema: Re: Horror-Das 4. kapitel ist endlich da :) Bewerteeen ^^ Di Mai 25, 2010 7:56 pm | |
| Hey, danke dir Das 4. wird bald kommen. Liebe grüße. |
|  | | Gast Gast
 | Thema: Re: Horror-Das 4. kapitel ist endlich da :) Bewerteeen ^^ Mi Mai 26, 2010 11:30 am | |
| Cool,freue mich schon.
glg |
|  | | Cookie_Keks Teenager


 Anzahl der Beiträge: 308 Howrse-Login: Cookie_Keks Anmeldedatum: 24.03.10
 | Thema: Re: Horror-Das 4. kapitel ist endlich da :) Bewerteeen ^^ Mi Mai 26, 2010 6:36 pm | |
| Hey, ich finde den Stil wie du schreibst total toll und ich habe mir alle 3 Kapitel gern durchgelesen  Ich freue mich auf Fortsetzung |
|  | | | | Horror-Das 4. kapitel ist endlich da :) Bewerteeen ^^ | |
|
Ähnliche Themen |  |
|
| | Forenbefugnisse: | Sie können in diesem Forum nicht antworten
| |
| |
| |
|